Das Abitur nicht geschafft, wie geht’s nun weiter?

Für alle angehenden Abiturienten ist es das absolute Worst-Case-Szenario: Das Abitur nicht bestehen. Während für Deine Mitschüler nun der Abi-Ball und der Work & Travel-Trip nach Australien auf dem Plan stehen, kommen bei Dir große Selbstzweifel auf. Das Abitur sollte die Tür zur großen weiten Welt öffnen und den Weg zum Studium oder zur Ausbildung ebnen. Und nun?

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Das Abitur nicht bestanden

Kühlen Kopf bewahren

Es gilt einen kühlen Kopf zu bewahren. Eine nicht bestandene Abiturprüfung ist noch lange kein Weltuntergang. Zunächst solltest Du Dir darüber klar werden, woran es gelegen hat. Ein missglücktes Abitur kann viele Ursachen haben.

War die Prüfungsangst zu groß? Hast Du zu wenig oder falsch gelernt? War Deine Fächerwahl doch nicht so optimal oder war die Motivation einfach nicht groß genug? Gab es in Deinem Familien- oder Freundeskreis Probleme, die Dich aus der Bahn geworfen haben?

Wenn Du Dich mit den Gründen beschäftigt hast und weißt, wie Du die entsprechende Ursache in den Griff bekommen kannst, solltest Du den Blick möglichst schnell wieder nach vorne richten. Es gibt viele weitere Wege, wie du noch zu Deinem Abitur gelangen kannst bestimmt helfen Dir die folgenden Ausweichmöglichkeiten weiter.

Auf dem ersten Bildungsweg zum Abitur

Das Abitur wiederholen

Solltest Du das Abitur im ersten Anlauf nicht bestehen, kannst Du die letzten beiden Schulhalbjahre der sogenannten Qualifikationsphase wiederholen. Als Qualifikationsphase werden die letzten beiden Jahre der gymnasialen Oberstufe bezeichnet (Jahrgangsstufe 12 und 13), die an die Einführungsphase (Jahrgangsstufe 11) anschließt.

Im darauffolgenden Jahr nimmst Du nochmal an den Abiturprüfungen teil. Solltest Du allerdings ein zweites Mal durchrasseln, wird's schwierig. Nur in begründeten Ausnahmefällen erhältst Du eine weitere Chance das Abi zu wiederholen.

Die Abiturprüfung anfechten

Du hast den missglückten Abiturabschluss nicht selbst zu verschulden? Dann gibt es die Möglichkeit die Abiturprüfung anzufechten. Das ist jedoch eine absolute Ausnahmemöglichkeit!

Zunächst sollte ein spezialisierter Anwalt beurteilen, ob die Anfechtung überhaupt sinnvoll ist. Ist dies der Fall können fehlende Punkte im Abitur oder eine sofortige Wiederholung der Prüfung eingeklagt werden. Eine Anfechtung kann sich auf unzumutbare Umstände, unter denen die Prüfung geschrieben wurde, stützen. Beachte dabei: Wenn Du das Abi bei störendem Baulärm oder unter extremer Hitze schreiben musstest, solltest Du Dich schon während der Prüfung melden. Nur wenn Prüfer und Schule hier weiter auf Stur schalten und auch nach der Prüfung nicht einsichtig sind, kannst Du mit einem Anwalt dagegen vorgehen.

Mit einer Anfechtung kannst Du außerdem gegen fehlerhaftes Verhalten seitens der Prüfer vorgehen und wenn Eure Arbeit falsch korrigiert wurde, habt Ihr zudem die Möglichkeit nach der Prüfung, die Note überprüfen zu lassen.

Wichtig! Auch hier gilt jedoch wie bei allen Punkten: Zunächst solltet Ihr den Dialog mit der Schule suchen, denn nur der letzte Weg sollte über den Anwalt führen.

Auf dem zweiten Bildungsweg zum Abitur

Du hast keine Lust auf ein weiteres Jahr an der Schule oder einen Gerichtsprozess gegen Deine Schule?

Neben einer beruflichen Ausbildung oder einem anderweitigen Job kann das Abitur auch auf dem zweiten Bildungsweg nachgeholt werden. Wie der Name schon verrät, führt der zweite Bildungsweg nachträglich über ein Abendgymnasium oder ein Kolleg zum Abitur. Auch über ein Fernstudium oder Online-Abitur kannst Du Dein Ziel noch erreichen.

Zudem gibt es eine sogenannte Nichtschülerabiturprüfung (externes Abitur für Schulfremde). Hier gelangst Du auch ohne vorherigen Besuch einer staatlichen oder staatlich anerkannten Schule zum höchsten deutschen Schulabschluss. Dieser Weg ist jedoch beschwerlicher, denn die Vorbereitung für die Abiturprüfungen bestreitest Du weitestgehend alleine oder mithilfe kostenpflichtiger, externer Anbieter wie Fernschulen, Volkshochschulen oder anderen privaten Bildungseinrichtungen. Vorab solltest Du Dich gut informieren, denn die Voraussetzungen für die Zulassung zu diesem Modell unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland.

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Studium oder Ausbildung?

Studium ohne Abitur

In allen deutschen Bundesländern gibt es zudem die Möglichkeit, auch ohne Abitur zu studieren. Die Plätze für ein solches Studium sind jedoch stark begrenzt und zudem musst Du, wenn Du ohne Abitur studieren möchtest, bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Diese unterscheiden sich zunächst je nach Bundesland. Eine Übersicht über die jeweiligen Bestimmungen findet Ihr hier: undefinedwww.hochschulkompass.de

In allen Bundesländern ist jedoch eine erfolgreich abgeschlossene Berufsausbildung Pflicht um ohne Abitur studieren zu können. Das heißt, suche Dir vorab einen passenden Ausbildungsplatz, der Deiner gewünschten Studienrichtung nahe kommt.

Idealerweise solltest Du zudem noch über mehrjährige Berufserfahrung verfügen, um für Dein Wunschstudium zugelassen zu werden.

Achtung!
Auch wenn das angestrebte Studium sich fachlich auf die vorangegangene berufliche Qualifizierung bezieht, muss das nicht bedeuten, dass Du direkt zum Studium zugelassen wirst. In den meisten Fällen bestehen Hochschulen vorab auf eine Eignungsprüfung, ein persönliches Bewerbungsgespräch oder ein Probestudium.

Natürlich kannst Du auch ohne Studium oder Abitur zu deinem Traum-Job gelangen. Viele Ausbildungen setzen keine Fachhochschulreife voraus. Zudem hast Du die Möglichkeit über ein Praktikum, Volontariat oder den Bundesfreiwilligendienst einen neuen Beruf kennenzulernen.

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