Was verdienen Azubis?

Einen Beruf zu erlernen ist echte Arbeit. Als Auszubildender (Azubi) wirst Du deshalb bezahlt. Meist ist die Vergütung während der Ausbildung nicht sehr hoch. Nach Berechnungen des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) liegt der durchschnittliche Verdienst für Azubis bei 859 Euro im Monat in Westdeutschland und 807 Euro in Ostdeutschland (Gesamtdurchschnitt: 854 Euro im Monat). 

Gehaltsvergleich Ost und West

Das Was? Und das Wo?

Wie viel Du verdienst, hängt zunächst von dem Beruf ab, den Du Dir ausgesucht hast. Maurerlehrlinge verdienen laut der Studie des BIBB im Schnitt 1.090 Euro in Westdeutschland und 897 Euro in Ostdeutschland pro Monat, angehende Köche dagegen 765 Euro in West- und 646 Euro in Ostdeutschland. In allen Berufen verdienst Du im ersten Ausbildungsjahr am wenigsten. Danach muss Dein Verdienst mindestens einmal im Jahr erhöht werden, so steht es im Berufsbildungsgesetz.

Neben dem Beruf spielt auch die Region eine Rolle, in der Du Deine Ausbildung machst. Das siehst Du an den unterschiedlichen Verdiensten in Ost- und Westdeutschland. Daneben gibt es auch Ausbildungsberufe, in denen kein Unterschied zwischen Ost- und Westdeutschland besteht, u.a. im Öffentlichen Dienst.

Sektoren im Vergleich


In Westdeutschland werden in Industrie und Handel sowie im Öffentlichen Dienst die höchsten tariflichen Ausbildungsvergütungen gezahlt. Mit deutlichem Abstand darunter liegen die Verdienste im Handwerk, bei den Freien Berufen (z.B. in Apotheken, Arztpraxen oder Rechtsanwaltskanzleien) und in der Landwirtschaft. In Ostdeutschland verdienen die Azubis im Öffentlichen Dienst am besten, gefolgt von Industrie und Handel. Auch hier klafft eine größere Lücke zu den Gehältern im Handwerk, in der Landwirtschaft und in den Freien Berufen.

Ausbildungsgehalt nach Bereichen

Verdienste während der Ausbildung...

Wie viel Du genau verdienst, steht in Deinem Ausbildungsvertrag. Oft ist der Vertrag nach einem Tarif geregelt, auf den sich Arbeitgeber und Gewerkschaften geeinigt haben. Einige Firmen übernehmen auch freiwillig den Tariflohn. Falls nicht, musst Du laut Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts mindestens 80 Prozent des Tarifs für Azubis in Deiner Branche verdienen. Die Tarifverträge können Dir also eine gute Idee davon geben, wie viel Du in der Ausbildung verdienen wirst.

...in der Autoindustrie

Im aktuellen Schülerbarometer gehören die Autohersteller wie Audi, BMW, Daimler und Porsche zu den beliebtesten Arbeitgebern. In der Branche gibt es eine Menge verschiedener Tätigkeiten zu erlernen. Du kannst Dich etwa zum Automobilkaufmann oder zur Automobilkauffrau, zum Kfz-Mechatroniker oder zur Kfz-Mechatronikerin oder zum Fahrzeuginnenausstatter oder zur Fahrzeuginnenausstatterin ausbilden lassen. Dann verdienst Du nach Berechnungen des BIBB im ersten Ausbildungsjahr zwischen 663 und 742 Euro (Ost: einheitlich 568 Euro). Im dritten Jahr liegst Du dann zwischen 778 Euro und 863 Euro (Ost: 640 Euro). Der genaue Betrag hängt wiederum von der Region ab, in der Du in die Lehre gehst. Ein Beispiel: Die Ausbildungsvergütung nach Tarif der IG Metall für das Kfz-Handwerk in Baden-Württemberg liegt seit dem 1. Oktober 2016 bei 774 Euro im ersten Ausbildungsjahr.

...im öffentlichen Dienst

Auch die Polizei ist bei Schülern als Arbeitgeber sehr beliebt. Du kannst hier zum Beispiel eine Ausbildung zum Polizeivollzugsbeamten absolvieren. Dies ist eine Beamtenausbildung, für die Du eine Besoldung erhältst. Für jedes Bundesland gibt es eine eigene Besoldungstabelle. Ebenso für den Bund, falls Du zur Bundespolizei möchtest. Die Tabellen kannst Du ganz einfach im Internet finden. Außerdem kannst Du je nach Schulabschluss in den mittleren oder gehobenen Dienst eintreten, was sich auch auf Dein Einkommen auswirkt. Insgesamt verdient man als Azubi im Öffentlichen Dienst, zu dem neben der Polizei auch die Bundeswehr und die Sozialversicherungen gehören, im Schnitt laut dem BIBB 929 Euro in Ost- und Westdeutschland pro Monat.

 ...in der Medienbranche

Ebenfalls hoch im Kurs steht der Beruf des Mediengestalters. Hier sind generelle Aussagen besonders schwierig; es kommt ganz auf das Medium und den Sender an. Für die großen privaten TV-Sender gibt es keinen Tarifvertrag mehr. Bei den Öffentlich-Rechtlichen verdienst Du beim SWR aktuell im ersten Jahr 908 Euro, im zweiten Jahr 967 Euro und im dritten Jahr 1.022 Euro. Beim WDR verdienst Du 855,20 Euro im ersten, 910,80 Euro im zweiten, 961,10 Euro im dritten Jahr.

Schon gewusst?

Im Jahr 2016 blieben über 170.000 Ausbildungsplätze unbesetzt. Die Chancen, einen Ausbildungsplatz zu ergattern, stehen also ganz gut. 

Steuern und finanzielle Unterstützung

Alle bislang genannten Beträge sind brutto. Das heißt, es können noch Steuern und Sozialabgaben abgezogen werden. Wenn Du 2017 mehr als 8.820 Euro verdienst, musst Du Lohn- und Kirchensteuer sowie den Solidaritätszuschlag zahlen (2016: 8.652 Euro). Dieser Grenzbetrag kann sich jedes Jahr leicht ändern. Für die Sozialversicherungen liegt der Wert aktuell bei 325 Euro im Monat. Bis zu diesem Betrag übernimmt Dein Arbeitgeber die vollen Kosten. Wenn Du darüber liegst, musst Du ungefähr 20 Prozent Deines Bruttoverdienstes für Deine Sozialversicherungen einberechnen.

Auch wenn Lehrjahre nun einmal keine Herrenjahre sind: Nicht jede und nicht jeder kann von den Verdiensten leben. Wenn Du Glück hast, zahlt Dir Dein Arbeitgeber freiwillig Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Zudem bekommst Du bis zu Deinem 25. Lebensjahr Kindergeld, solange Du in der Ausbildung bist. Sollte dies alles nicht reichen, kannst Du einen Antrag auf Berufsausbildungsbeihilfe stellen. Ob der erfolgreich ist, hängt von Deinem Einkommen und dem Deiner Eltern ab, sowie von Deinem Bedarf. Zudem solltest Du Dich erkundigen, ob Du zusätzlich Mietbeihilfe oder Wohngeld beantragen kannst.

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Azubigehalt Brutto Netto

Nach der Ausbildung

Nach Deiner Ausbildung macht Dein Einkommen endlich einen Sprung. Wie viel Du verdienst, hängt genau wie in der Ausbildung von der Branche, Deinem Arbeitgeber, der Region und von der Frage ab, ob Dein Arbeitsvertrag nach Tarif geregelt ist oder nicht. Nach den vorher genannten Beispielen kannst Du ungefähr das zwei- bis dreifache Deines Azubi-Gehalts erwarten. Während Du im dritten Ausbildungsjahr als Kfz-Mechatroniker noch zwischen 778 Euro und 863 Euro verdient hast, verdienst Du im ersten Gesellenjahr nach Tarif im Kfz-Handwerk laut der Gewerkschaft IG METALL beispielsweise 2.574 Euro im Monat in Baden-Württemberg und 2.186 Euro im Monat in Brandenburg.

Bei der Polizei kommt es nach der Ausbildung wieder ganz auf die Region, den erlernten Beruf und die Laufbahn an. Nach bestandener Laufbahnprüfung als Polizeimeister im mittleren Dienst würdest Du zunächst nach der Besoldungsgruppe A7 bezahlt. In Nordrhein-Westfalen wären dies aktuell 2.134,21 Euro im Monat. Für Mediengestalter schätzt die Gewerkschaft ver.di, dass Du im privaten Radiorundfunk von einem Einstiegsgehalt von 2.500 Euro brutto im Monat ausgehen kannst. Allerdings ist die Spannweite hier sehr groß. Vergiss bei Deinen Überlegungen eines nicht: Wichtiger als Dein Gehalt ist Dein Interesse an dem Beruf, den Du erlernen möchtest. Leidenschaft zahlt sich langfristig aus.

Perspektiven in der Automobilbranche

Perspektiven in der AutomobilbrancheMaxine Hawkins, 
Leiterin Recruiting Deutschland der BMW Group

Viele Schüler sind sich unsicher, ob eine Ausbildung der richtige Weg ist, da sie befürchten, damit schlechtere Berufsaussichten oder Verdienstmöglichkeiten zu haben. Das ist nicht der Fall.

Als Facharbeiter, zum Beispiel im Produktionsbereich in einem Werk der BMW Group, ist der Verdienst übertariflich und mit den Einstiegsgehältern von Absolventen vieler Studiengänge vergleichbar. Zudem verdient man in einer Facharbeiterkarriere bereits deutlich früher eigenes Geld und baut so schon für die Altersvorsorge vor. Wer Leidenschaft für Technik und handwerkliche Tätigkeiten mitbringt und Spaß an der Arbeit im Team hat, auf den warten vielseitige Perspektiven.

Perspektiven in der Automobilbranche

Auch nach der Ausbildung hat man viele Möglichkeiten, sich beruflich weiter zu entwickeln. Wie bei allen anderen Berufen zahlt sich auch hier Leistung aus. Entscheidet man sich zum Beispiel für eine Weiterbildung zum Techniker oder Meister, eröffnet das die Chance, Führungsverantwortung und noch besser bezahlte Positionen zu übernehmen.

Wenn ihr also für einen der vielen Ausbildungsberufe brennt und euch einbringen wollt, dann freuen wir uns auf eure Bewerbung! Die entsprechenden Bewerbungszeiträume findet ihr auf der Website der BMW Group unter folgendem Link: www.karriere.bmwgroup.de/ausbildung 

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