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Erfahrungsbericht

 

Melanie Kölbl, 21 Jahre, studiert im 5. Semester Jura an der Paris-Lodron Universität in Salzburg.



1. Die Messlatte für Juraabsolventen liegt hoch - man sollte mindestens zwei Mal Vollbefriedigend und am besten noch einen LL.M. vorzuweisen haben, um erfolgreich in die Branche einzusteigen. Wieso hast Du Dich trotz dieser hohen Anforderungen für ein Jura-Studium entschieden?

Ich habe mich dafür entschieden, weil ich Recht und Wirtschaft schon in der Schule hatte und ich fand es einfach wahnsinnig spannend, obwohl es für die meisten wohl eher sehr langweilig scheint. Mir war schon bewusst, dass es nicht ganz einfach werden wird, aber ich habe mir gedacht, ich will meinen Mag. Jur. unbedingt und deswegen werde ich es durchziehen, egal, wie viel Zeit ich über den Büchern verbringen muss, und bis jetzt hat alles gut geklappt und ich hoffe, das tut es auch weiterhin.

2. Entspricht Dein Studium bisher Deinen Vorstellungen und Erwartungen?

Naja, ich sage mal teils - teils. Es ist doch sehr theoretisch aufgebaut. Ich habe mir erhofft, dass man alles anhand von Beispielen durchspricht, das ist aber leider nur in manchen Vorlesungen der Fall. Die meisten Professoren stehen vorne und lesen ihre selbstverfassten Lehrbücher vor, was schon sehr enttäuschend für mich war. Aber im Großen und Ganzen gefällt es mir schon gut, v.a. die Übungen, in denen man nichts anderes macht, als das in den Vorlesungen gehörte auf wirkliche Fälle anzuwenden. Nur leider gibt es diese Übungen nur zu den großen Fachbereichen, wie Strafrecht oder bürgerliches Recht.

3. Auf welche Richtung der Rechtswissenschaft hast Du Dich spezialisiert?

Haben Sie bereits genaue Pläne für die Zukunft? Da ich ja noch nicht sehr weit im Studium bin, hab ich natürlich noch keinen Fachbereich. Mein großes Interesse gilt dem Strafrecht oder dem Familien- und Erbrecht. Meine Pläne für die Zukunft stehen auch noch nicht fest. Ich könnte mir jedoch vorstellen, ein Forensik Studium zu machen und dann bei der Polizei einzusteigen, oder was mich auch reizen würde, wäre der Beruf des Notars.

4. Gerüchten zufolge ist das Jurastudium in der Regelstudienzeit kaum machbar. Was meinst Du, woran liegt das und glaubst Du, dass Du es in der Regelstudienzeit abschließen wirst?

Nun, die Regelstudienzeit beträgt 8 Semester. Aus eigener Erfahrung muss ich zugeben, dass es für die meisten nicht machbar ist. Ich denke, das liegt wohl an der Aufteilung des Lernstoffes, die einzelnen Fächer sind einfach so umfangreich. Nehmen wir das Gebiet Strafrecht - man muss zuerst die Übung absolvieren, um zur Dipl. Prüfung zugelassen zu werden. Diese Übungen sind allerdings auch nicht ohne - der Lernstoff für die Diplomprüfung beträgt ca. 1.200 Seiten.

Leider reicht es nicht, das alles oberflächlich zu können, nein, es ist Detailwissen zur Lösung der Fälle gefordert. Und genau so ist es in den anderen Fächern auch. Um das Studium in den 8 Semestern zu schaffen, müsste man ca. alle 4 Wochen eine Prüfung absolvieren und nebenbei noch die Übungen und Vorlesungen machen - und wer hat schon Lust, Tag und Nacht über den Büchern zu hocken? Bei den meisten kommt dann noch das Problem dazu, dass sie nebenbei arbeiten müssen, was natürlich auch nicht gerade förderlich ist. Aber es gibt auch Ausnahmen, wie meinen Freund beispielsweise, der machte sein Studium in 7 Semestern.

5. Welche Erfahrungen hast Du bereits im Laufe Deines Studiums gesammelt? Welche Tipps kannst Du anderen Jura-Studenten mit auf den Weg geben?

Bevor man mit dem Studium anfängt, sollte man sich fragen, ob man es wirklich will, schließlich ist es doch ein großer Aufwand und manchmal ist man dem Verzweifeln nahe. Aber ich denke, wenn man sich vorher gut überlegt hat, ob man das Studium wirklich auf sich nehmen will, dann zieht man es auch durch und bricht nicht, wie eine Vielzahl, schon nach 1 oder 2 Semestern ab. Meine Erfahrung: Wenn man nicht aufgibt oder sich gehen lässt und wirklich lernt, dann ist es gut machbar.

Lies hier die weiteren Interviews.

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